Broome

14. Oktober 2009


12.10.2009
Grundlage für die Entstehung von Broome war in den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts die Entdeckung grosser Mengen von Perlmuscheln. Auf dem Gipfel des Perlmutt-Booms gab es mehr als 400 Perlenfischer in der Stadt. Viele Taucher zogen sogar von den Inseln des Südpazifiks, aus Asien und Japan hierher. Perlen sind noch heute die Attraktion der Stadt.
Wir gehen auf Entdeckungsreise und fahren zum Port. Dort kann man auf einem Steg ein Stück weit übers Meer laufen und kommt an die Anlagestelle der grossen Passagier- und Frachtschiffe. Weiter gehts auf der Küstenstrasse, den wunderschönen Klippen entlang. Nur wenige Kilometer entfernt ist der Gantheaume Point, wo bei extremem Niedrigwasser 120 Mio. Jahre alte Fussabdrücke von Dinosaurier zu sehen sind. Wir sind auf die Felsen geklettert und haben grosse Wasserschildkröten beobachtet. Etwas ausserhalb von Broome liegt der Cable Beach – ein knapp 30 km langer und über 100 m breiter weisser Sandstrand.
Auch die Chinatown mit vielen alten Läden und Restaurants ist sehr reizvoll.
Langsam knurrt unser Magen und wir freuen uns auf ein Barramundi-Fischessen. Der Barramundi (Foto aus dem Tier- und Pflanzenführer) ist ein grosser, barschartiger Fisch mit auffällig gebuckeltem Vorderrücken. Dieser grosse Barsch ist ein sehr beliebter und wohlschmeckender Speisefisch. Ja, das können wir bestätigen. Schmeckt sehr lecker :) .
Den Nachmittag geniessen wir mit unseren CH-Campingnachbarn am wunderschönen Strand, beim kühlen Bier (alkoholfrei!) und regen Diskussionen über alles Erlebte auf diesem faszinierenden Kontinent.

Von Derby nach Broome

12. Oktober 2009

11.10.2009
Gut geschlafen und wieder munter starten wir um 06.30 Uhr. Es sind noch ca. 150 km bis Derby. Wir freuen uns auf ein Strandcafé, wo man gemütlich unter dem Sonnenschirm die schöne Aussicht geniessen kann. Wir treffen auf ein verschlafenes Städtchen (Strandcafé geschlossen) jedoch einer Tankstelle, wo wir Diesel tanken und uns einen frischen Fruchtsalat gönnen. Auch in Derby gibt es einen Boab (Affenbrotbaum), der früher als Gefängnis für Aborigines missbraucht wurde. Heute ist es eine Touristenattraktion. Erwähnenswert ist, dass Derby die zweithöchste Flut der Welt hat, der Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt 11,8m. Die weltweit höchste Flut von 14m ist am Bay of Fundy in Nova Scotia in Canada.
Jetzt sind es noch ca. 180 km nach Broome. Wir kommen flott voran, die Strasse ist meistens geteert. Gegen Mittag treffen wir in der schönen Kleinstadt Broome ein (ca. 14’700 Einwohner), die sich noch ein Flair von Hippiekultur erhalten hat. Die bunt gemischte Bevölkerung, die nostalgischen Holz- und Wellblechbauten und die tropische Natur tragen zum Zauber des Ortes bei.
Uns gefällt es auf Anhieb hier und wir sind glücklich auf einem schönen Campingplatz, 50m vor dem Strand und wunderbarem Blick auf’s Meer.

Wilder Westen

12. Oktober 2009

10.10.2009
Wieder stehen wir mit der Sonne um 5.15 Uhr auf und weiter geht die Reise auf der Holperpiste. Da kein Wind weht, bleibt der Staub lange auf der Strasse stehen und trocknet den Hals aus. Heute früh sehen wir viele Kängurus, die über die Strasse hüpfen. Zum Fotografieren reicht es meistens nicht, die Kängis sind zu schnell. Da machen es uns die Rinder einfacher, gerne bleiben sie für ein Föteli stehen. Nach ca. zwei Stunden erreichen wir Bell Gorge, da wird erst einmal gefrühstückt. Dann geht’s zu Fuss über Stock und Stein zu einem phantastischen Rockpool mit Wasserfall. Ja, das Schwitzen hat sich gelohnt und wir kühlen uns ab im frischen Wasser.
Gegen Mittag fahren wir weiter, die Landschaft ist von wilder Schönheit, die Temperatur gegen 40 grad im Schatten. Schwarze Felsmassive, rote Strasse, grüne Bäume und blauer Himmel. Nach weiteren 2-3 Stunden Fahrt erreichen wir die Windjana Gorge. Diese Schlucht liegt ca. 140 km östlich von Derby und bietet spektakuläre Kalksteinabbrüche. Wir machen einen Spaziergang in der Schlucht und fahren dann weiter zum Tunnel Creek. Auf dem Weg sehen wir das schwarze Felsmassiv „Queen Victoria Head“.|
Der 12m hohe und 750m lange Tunnel Creek wurde von einem Fluss in die Napier Range gegraben und kann, mit einer Taschenlampe durchwandert werden. Es ist sehr eindrücklich.
Da es schon Abend wird und die Sonne früh schlafen geht, beschliessen wir, im Bush zu übernachten. Müde und voller Eindrücke schliessen wir den Tag ab.

Gibb River Road

12. Oktober 2009

9.10.2009
Morgenstund hat Gold im Mund, bei den heissen Temperaturen hier, bewährt sich dieses Sprichwort. Früh um sechs Uhr brechen wir auf und sind schon bald flott unterwegs auf der Gibb River Road. Die Schotterstrasse führt mitten durch die Kimberley. Die Kimberley gehört zu den letzten grossen, fast unberührten Wildnisgebieten Australiens. Die in der Regenzeit reissenden Flüsse haben tiefe Schluchten in die uralten Kalksteinformationen gegraben. Wir sind fasziniert von der Schönheit dieser Gegend, immer wieder sehen wir Rinder, auch mal ein Kanguruh und viele bunte Vögel.
Bei Ellenbrae machen wir Mittagsrast und treffen auf ein kleines Paradies mitten in der Wildnis. Ein schattiges Plätzchen unter Palmen und Bananen lädt zum Verweilen ein. Frisch gestärkt fahren wir weiter bis zum Mt. Barnett Roadhouse (insgesamt 400 km Offroad!). Hier gibt es einen kleinen Campingplatz mitten im Bush. Ganz in der Nähe ist Manning Gorge mit einem Naturpool, da freuen wir uns ins kühle Wasser zu springen und beim Sonnenuntergang ein erfrischendes swimming zu machen. Die Sonne geht hier bereits um 18 Uhr unter und es ist sehr schnell dunkel. Das Bushcamping ist etwas ganz Besonderes und wir geniessen bei noch fast 30 grad das Essen am Bushfeuer.

Kununurra

12. Oktober 2009

8.10.2009
Auf dem Weg von Wyndham nach Kununurra haben wir den Prison Tree besucht. Im Stamm dieses stattlichen Baobs wurden früher Gefangene festgehalten, wenn die Zeit nicht mehr reichte um die nächste Stadt zu erreichen. Der Weg zu diesem Bau führt über eine 22 km lange 4WD Strecke. In der Nähe kann man auch Aborigines Rock Art bestaunen. Wir staunten vor allem über die Schönheit der Natur, die leuchtenden Farben sind immer wieder eine Augenweide.|
Eigentlich wollten wir heute ein Stück weit auf der Gibb River Road (ganze Strecke ca. 700 km) durch die Kimberley fahren, weiter westwärts Richtung Broome. Aber manchmal kommt es halt anders.
Weil die Profile der beiden vorderen Pneus von Anfang an relativ schlecht waren, sind wir in Kununurra in die Garage gefahren. Das ist ein Abenteuer für sich, viel Geduld und Zeit sind da gefragt. Weil wir ja einen Mietwagen haben, muss das zuerst mit Apollo abgesprochen sein. Schlussendlich hat es geklappt und unser Camper ist bestens ausgerüstet mit zwei nigelnagelneuen Pneus vorne.
So sind wir noch eine Nacht in Kununurra auf dem Stadt-Campingplatz und nehmen morgen früh die Gibb River Road unter die Räder.

Go West

08. Oktober 2009

Was raschelt denn da im Laub? Früh morgens werden wir durch diese Frage geweckt. Wir schauen nach draussen und sehen drei Kangurus, die am Wasserhahn vor unserem Campi versuchen, an Wasser zu kommen. Ja, das sind lustige Momente. Die Tiere geben uns immer wieder Anlass zur Freude.
Bald schon sind wir reisefertig, denn es geht weiter nach Westen. Die Landschaft verändert sich von rot zu gelb. Fast meterhohes, ockerfarbenes Savannengras säumt den Strassenrand. Bald entdecken wir eigenartige, flaschenähnliche Bäume. Es sind die australischen Baobab Trees, die uns auffallen. Sie sind leicht erkennbar an dem dicken, kurzen Stamm, der einen Durchmesser von über 4m erreichen kann und an den gefingerten Fiederblättern. Diese Bäume charakterisieren Nordwestaustralien und vor allem die Kimberley Region. Die Fahrt geht entlang dem Victoria River, der mit 800 km der längste River in Australien ist. Gegen Mittag erreichen wir die Grenze von Westaustralien. Hier gibt es eine Quarantäne-Kontrollstelle, man darf keine frischen Früchte und Gemüse nach Westen mitbringen. Da unser Vorrat an Gesundem noch beachtlich war und wir die feinen Sachen nicht einfach wegwerfen wollten, gab es zum Zmittag eine Vitaminbombe an Tomaten, Rüebli, Mango, Grapefruit und Orangen.
Ein kurzer Abstecher brachte uns an den grössten, künstlich angelegten Stausee Australiens – den Lake Argyle. Der Blick vom Aussichtspunkt ist phantastisch. Die Weiterfahrt führt uns via Kununurra nach Wyndham. Unterwegs treffen wir unseren Freund Ossi von Innsbruck. Ossi ist mit seinem Fahrrad in Down Under unterwegs. Das erste Mal trafen wir ihn am 27. September beim Dunmarra Roadhouse auf dem Stuart Highway. Die Wiedersehensfreude (nach ca. 1500 km!) ist gross, und die Welt doch klein :) .
Unser Nachtlager schlagen wir auf dem Campingplatz von Wyndham (nördlichster Punkt von Australien) an der Timor Sea auf.

Litchfield Nationalpark

07. Oktober 2009


6.10.2010.
Nach einer kleinen Verspätung, wir mussten auf die ersten Touristen warten um unseren Wagen zu überbrücken (nur 3 Stunden), fahren wir los. Ja, das Bushcamping ist nicht ohne!
Schon bald erreichen wir die Florence-Falls, zwei phantastische Wasserfälle mit einem Badepool inmitten eines herrlichen Regenwaldes. Bei dieser Hitze, knapp 40 grad am Schatten, ist es wunderbar, in diesen Pools zu baden und etwas abzukühlen. Ein schattiger Spazierweg entlang des Flusses führt uns wieder auf den Parkplatz. Die Luft ist gefüllt mit einem wohltuenden Geschmack nach Eukalyptus. Bei diesen Temperaturen werden weiche Dämpfe von den Eukalyptusbäumen freigesetzt. Das ist sehr angenehm. Einen weiteren Stopp machen wir bei den Magnetic Termite Mounds, das sind beeindruckende Termitenbauten.
Unsere Reise geht weiter, wieder Richtung Katherine, das wir am Nachmittag erreichen. Nach einem kurzen Kaffee- und Tankstellenhalt fahren wir auf dem Victoria Highway Richtung Westen. In dieser Gegend gibt es riesige Rinderherden und Verladestationen. Am Abend erreichen wir das Victoria River Roadhouse, wo wir über Nacht campieren.

Lost City

07. Oktober 2009

5.10.2009.
Nach einem phantastischen Sunset am Mindil Beach und einem kräftigen Regen in der Nacht, nehmen wir heute morgen Abschied von Darwin. Nach zwei Tagen Stadtleben und klimatisiertem Hotelzimmer, zieht es uns wieder in die Wildnis. Wir fahren Richtung Litchfield Nationalpark. Der Litchfield NP ist mit einer Fläche von 650 km2 nicht so gross wie der Kakadu NP, bei den Darwinians jedoch sehr beliebt für Wochenendausflüge. Es ist auffallend grün in dieser Gegend.
Gegen Mittag erreichen wir die Wangi-Falls am Westende der Table Top Range. Das Wasser stürzt majestätisch vom Plateau herunter. Ein Pool, umrandet von tropischem Regenwald lädt zum erfrischenden Baden ein. Das machen wir und geniessen die willkommene Abkühlung. Bald geht die Fahrt weiter Richtung Lost City. Ueber einen 10 km langen 4-WD Treck erreichen wir die geheimnisvolle Stadt. Riesige bizarre Gesteinsformationen trotzen hier der Verwitterung und erinnern an Bauwerke, Denkmäler oder zu Stein erstarrten Riesen, alles inmitten wild wuchender tropischer Vegetation. Uns gefällt es hier und wir entschliessen uns über Nacht zu bleiben. Nach einem guten Essen in der wunderbaren Natur freuen wir uns am Lagerfeuer, Vollmond und prächtigem Sternenhimmel.

Darwin, „Top End“

04. Oktober 2009

Seit Samstag sind wir in Darwin, der Hauptstadt des Northern Territory und die wichtigste Metropole für Wirtschaft und Handel des Gebietes an der nördlichen Spitze des Fünften Kontinents, das sich mit dem Beinamen „Top End“ schmückt. Im Zweiten Weltkrieg wurde Darwin als einzige Stadt Australiens von den Japanern bombardiert. 1974 zerstörte der Wirbelsturm Tracy Darwin fast vollständig. Die Mehrzahl der Einwohner verliess die Stadt – nur 12000 blieben, (heute 115000 Einwohner).
In dieser Gegend ist es sehr heiss und schwül, da sind wir froh um jedes Schattenplätzchen. Wir entschliessen uns, für zwei Nächte im Hotel abzusteigen. Am Samstagvormittag besuchen wir den „Para-Village Markets“. Abends gehen wir essen in ein sehr gutes Seafood-Restaurant. Anschliessend geniessen wir den Film „Disgrace“ im Deckchair Cinema an der Esplanade. Während der Trockenzeit von April bis November kann man unter freiem Himmel jeden Abend Filmvorführungen im Liegestuhl geniessen. Ein kühles Bier schmeckt da doppelt gut und ist, anstelle von Champagner, eine gute Alternative um auf unseren ersten Hochzeitstag anzustossen ;) .
Am Sonntag besuchen wir das „Museum and Art Gallery of the Northern Territory“. Insbesondere die Sammlung von australischer und Aboriginal-Kunst ist hervorragend und sehr interessant. Ein kurzer Spaziergang der Küste entlang, ein paar Fotos und dann schnell wieder an den Schatten.

Energy Resources of Australia ERA’s Ranger Uran Mine

03. Oktober 2009

Heute Vormittag besuchen wir eine der grössten Uranium Minen der Welt. Die Mine befindet sich in Jabiru, 250 km östlich von Darwin. Der Abbau findet unter Tag statt, inmitten des Kakadu Nationalparks. Der Abbau wird in Vereinbarung mit den Aborigines durchgeführt, sowie unter enormen Internationalen Sicherheitsbestimmungen und unter Aufsicht der Australischen Regierung. Das Uranium Oxid, die Mine deckt 10% des Weltbedarfs (AUS Total 20%), wird nach Asien, Europa und Nordamerika in Darwin verschifft.
Die Mine wird noch bis ins Jahr 2021 betrieben. Dann wird die 70 Hektaren grosse Fläche wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht (?).
Noch ein paar Daten: Die kleinen LKW’s laden 140 Tonnen (Bild ist “nur” ein 100 t), der „Bagger“ braucht dazu 4 Schaufeln, kann er doch 40 Tonnen auf einmal laden – unglaublich oder?
Pro Tag werden 48 Fässer mit 200 Kilo Uran hergestellt. Kosten pro Fass 60’000 $.
Uran wird nicht für Atombomben oder Kriegsmaterial gebraucht sondern, einfach gesagt, zur Stromerzeugung. China, Indien u.s.w. wollen den gleichen Lebensstandard erreichen wie Europa – dazu braucht es Strom. Ja, nun kann man darüber philosophieren über Abbau und Ausbeute der Natur….. Die Führung war sehr interessant und kurzweilig.
Unsere Fahrt geht weiter auf den Kakadu Highway. Unterwegs besuchen wir Mamukala und weiter nördlich Fogg Dam. Da gibt es Billabongs (ein schönes Wort für Wasserlöcher) wo man eine Vielzahl von Vogelarten beobachten kann.
Am späteren Nachmittag erreichen wir „Top End“, wir sind in Darwin. Auf einem schattigen Campingplatz, 10 km vor dem Stadtzentrum, verbringen wir die Nacht.